SCL Report – „Vorgestellt“ – Personen im Verein, Teil 1: Schiedsrichter Dustin Sperling

In einer neuen Reihe des SCL-Reports möchten wir wichtige Personen rund um den SC Leichlingen vorstellen. Im ersten Teil möchten wir das ligenhöchste aktive Mitglied des Vereins vorstellen. In Personalunion als 1. Vorsitzende und Redakteuer hat David Blaskowitz ein interessantes Interview mit Landesliga-Schiedsrichter Dustin Sperling geführt. Aber lesen Sie selbst, unmittelbar nach dem Steckbrief:

 

Zur Person:

Name                                                  Dustin Sperling

Geboren                                              13.09.1994

Schiedsrichter seit:                           November 2009

Werdegang als Schiedsrichter:

09/10 – 12/13 Junioren
12/13 Kreisliga A
13/14 Bezirksliga
Seit 14/15 Landesliga

 

Interview:

SCL – Report: Hallo Dustin. Vielen Dank erstmal, dass du dich bereit erklärt hast, unsere neue Rubrik „Vorgestellt“ zu eröffnen.

SCL – Report: In welchem Alter hast du mit dem Fußball begonnen?

Sperling: Als ich 8 Jahre alt war.

 

SCL – Report: Was hat dich dazu bewegt Schiedsrichter zu werden?

Sperling: Mein Cousin war Schiedsrichter, war echt begeistert von diesem Sport, also habe ich es auch versucht.

 

SCL – Report: Wann hast du dein erstes Spiel gepfiffen?

Sperling: 05.12.2009

 

SCL – Report: Kannst du dich noch an das Spiel erinnern? In welcher Liga und in welcher Jugend?

Sperling: Ja, D-Junioren Kreisklasse TuS Quettingen – SF Baumberg, Endstand 1:10.

 

SCL – Report: Wann hast du dein erstes Spiel bei den Erwachsenen gepfiffen und in welcher Liga?     

Sperling: Mein erstes Senioren-Pflichtspiel hatte ich am 26.08.2012 bei der KL-B-Partie BV Gräfrath II – SSV Berghausen II, Endstand 5:0

 

SCL – Report: In welcher Liga pfeifst du aktuell?

Sperling: In der Landesliga

 

SCL – Report: Hast du ein Schiedsrichtervorbild?

Sperling: Ja, den Schiedsrichter schlechthin: Pierluigi Collina

 

SCL – Report: Welche Ausbildung durchläuft ein Schiedsrichter?

Sperling: Ein Schiedsrichteranwärter wird von den Kreisen im FVN ausgebildet. In einem Lehrgang wird ihm das nötige Regelwissen vermittelt, welches man durch einen Regeltest am Ende des Lehrgangs bestätigen muss. Zudem findet eine Laufprüfung statt. Nachdem man Schiedsrichter ist und im Kreis durch gute Leistungen auf sich aufmerksam machte, sei es durch gute Spielleitungen oder gute Regeltests, kann der Kreis den SR zu Fortbildungsmaßnahmen des Verbandes schicken, welche einen zu Spielleitungen in höheren Klassen qualifizieren.

 

SCL – Report: Wer entscheidet, ob und wann ein Schiedsrichter aufsteigt, also in einer höheren Liga pfeifen darf? Wie wird man auf die guten Schiedsrichter aufmerksam?        

Sperling: Die Kreis- bzw. Verbandsschiedsrichterausschüsse. Der Kreisschiedsrichterausschuss kann Schiedsrichter bis zur Landesliga stellen, darüber hinaus entscheidet der Verbandsschiedsrichterausschuss. Alle Ausschüsse schicken regelmäßig Beobachter zu den Spielen ihrer SR, so können sie sich von jedem Schiedsrichter ein gutes Bild machen.

 

SCL – Report: Im Spiel bist du als Schiedsrichter häufiger gefordert als alle anderen Personen auf dem Feld. Du musst immer auf der Höhe sein um in kniffligen Situationen zu entscheiden. Das setzt einen hohen Grad an Fitness voraus. Wie hältst du dich fit, wie sieht dein Training aus?

Sperling:  Ich gehe mehrmals die Woche laufen, mal längere mal kürzere Strecken in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Zudem trainiere ich bei fast jeder Laufeinheit Sprints.

 

SCL – Report: Bereitest du dich speziell auf deine Einsätze vor und wenn ja wie sieht diese Vorbereitung aus?

Sperling: Ja, ich richte mein Trainingsprogramm an meinen Spielen aus, ich versuche immer auf den Punkt fit zu sein.

 

SCL – Report: Als Schiedsrichter stehst du kritischer unter Beobachtung als ein Spieler. Macht ein Spieler einen Fehler kann das passieren, aber die Zuschauer erwarten von euch Schiedsrichtern dass ihr unfehlbar seid. Wie siehst du diese Situation?

Sperling: Natürlich ist es wünschenswert, dass der Schiedsrichter fehlerfrei bleibt. In der Praxis ist das aber nur schwer umzusetzen. Wir sind alle nur Menschen und machen Fehler, ein Schiedsrichter, der einen Elfmeter übersieht, genauso wie ein Stürmer, der einen Ball neben das freie Tor schießt.

 

SCL – Report: Hast du das Gefühl dass der Druck von außen in den letzten Jahren zugenommen hat?

Sperling: Wir Schiedsrichter sollten frei von sämtlichen Umwelteinflüssen sein. Für mich zählen die 90 Minuten auf dem Platz, nicht die neben dem Platz.

 

SCL – Report: Wie hat sich der Umgang mit den Schiedsrichtern in den letzten Jahren verändert?    

Sperling: Ich habe das Gefühl, dass Schiedsrichter nicht mehr als Teil des Spiels gesehen werden. Bei manchen Spielen werde ich von den Verantwortlichen nicht einmal begrüßt, nicht weil sie mich nicht mögen oder weil es in der Vergangenheit Probleme gab, sondern weil der Schiedsrichter nicht als dazugehörig empfunden wird.

 

SCL – Report: Wie hast du gelernt unter ungeheurem Druck so schnell zu entscheiden?

Sperling: Auf dem Sportplatz ist man auf sich allein gestellt und wird „ins kalte Wasser geschubst“. Nun gibt es 2 Möglichkeiten: schwimmen oder untergehen.

 

SCL – Report: In den letzten Jahren hat die Gewalt im Fussball immer mehr zugenommen. In den unteren Ligen hört man immer mehr von Spielabbrüchen und Gewalt gegenüber Schiedsrichtern. Wie gehst du damit um und ist dir das selber schon passiert?

Sperling: Mir ist zum Glück noch nichts passiert. Ich versuche, solche Vorfälle komplett auszublenden, auch wenn ich nicht in der Haut der betroffenen Kameraden stecken möchte.

 

SCL – Report: Was wünscht du dir von den Spielern und Zuschauern im Hinblick auf ein besseres Miteinander und um solche Situationen zu vermeiden?

Sperling: Ich denke, es würde helfen, wenn wir uns wieder in Erinnerung rufen, dass es am Ende des Tages nur ein Spiel ist.

 

SCL – Report: Zum Glück ist diese Gewalt nicht an der Tagesordnung. Was war für dich eines der schönsten Spiele die du geleitet hast?

Sperling: Das schönste Spiel, dass ich je hatte, habe ich nicht selbst geleitet, sondern bei Alexander Busse assistiert. Es war das Spiel MSVDuisburg gegen VfB Korschenbroich vor etwa 2500 Zuschauern.

 

SCL – Report: Bei Spielen im TV wird häufig über die Entscheidungen der Schiedsrichter diskutiert. Ergreifst du eher für die Schiedsrichter Partei? Und wie ist es wenn du mit Freunden ein Spiel schaust?  

Sperling: Nein, da bin ich genauso unparteiisch wie auf dem Platz. Wenn ein Kamerad einen Fehler macht, dann gibt es da nichts schönzureden.  Jedoch würde ich es keinen Fehler nennen, wenn sich erst in der 4. Zeitlupe eine  Entscheidung als falsch herausstellt, da ich eben auch die Perspektive auf dem Platz kenne.

 

SCL – Report: Wie schaffst du es Beruf/Studium und dein Schiedsrichtersein unter einen Hut zu bringen?

Sperling: Ich studiere, da kann ich mir meine Zeiten zum lernen und trainieren sehr gut einteilen. Das passt gut zusammen.

 

SCL – Report: Bleibt da noch genug Zeit für Hobbys?

Sperling: Die Schiedsrichterei ist mein Hobby.

 

SCL – Report: Wie weit möchtest du als Schiedsrichter noch kommen? Ist die Bundesliga ein Ziel für dich?  

Sperling: Ich setze mich da nicht unter Druck. Ich gebe mein Bestes und schaue, in welche Klassen mich dies führt.

 

SCL – Report: Wie sehr hängt der Erfolg eines Schiedsrichters und der Aufstieg in eine höhere Liga von seinen Linienrichtern ab?

Sperling: Es gibt da einen Spruch unter Schiedsrichtern: „Ein Schiedsrichter ist nur so gut wie seine Assistenten.“

 

SCL – Report: Bilden du und deine Linienrichter ein festes Gespann oder wechselt das von Spiel zu Spiel und Liga zu Liga?   

Sperling: In der Landesliga habe ich ein festes Gespann. Es klappt in der Regel aber nicht, dass ich jedes Spiel in der Landesliga mit den gleichen Leuten unterwegs bin.

 

SCL – Report:  Herzlichen Dank Dustin Sperling für dieses Interview. Viel Erfolg in der laufenden Saison.